Nachhaltiges Recruiting im deutsch-französischen Raum
Im deutsch-französischen Arbeitsmarkt erschweren der Fachkräftemangel und fehlende Deutschkenntnisse in Frankreich die Besetzung vieler Positionen. Dadurch gewinnen spezialisierte Rekrutierung und die gezielte Suche nach deutschsprachigen Führungskräften zunehmend an Bedeutung.
2. Fehlende Fachkräfte auf dem französischen Arbeitsmarkt
3. Deutsch-französische Personalberater nach Beruf und Branche spezialisiert
4. Suche nach deutschsprachigen Führungskräften in Frankreich

Die Rekrutierung von Fach- und Führungskräften in Frankreich gestaltet sich derzeit herausfordernd, insbesondere aufgrund begrenzter Deutschkenntnisse in diesen Zielgruppen. Für viele französische Arbeitnehmer spielt Deutsch als Fremdsprache nur eine untergeordnete Rolle und wird entsprechend selten erlernt:
Statista: Laut der deutschen Online-Plattform für Statistik sprechen lediglich 27 % der Franzosen Deutsch, davon nur rund 4 % auf fließendem Niveau.
IFOP: Laut einer Umfrage des französischen Meinungs- und Marktforschungsinstituts sehen 35 % der Befragten Deutsch als Sprache mit Zukunft, während 75 % sie im Berufsleben als wenig relevant einstufen. Zudem empfinden 10 % ihre Deutschkenntnisse als unzureichend.
Führungskräfte bewerten die Sprache deutlich positiver:: 62 % der befragten Manager sehen Deutschkenntnisse als klaren Karrierevorteil.
📋 Zusammengefasst lässt sich sagen: Vor dem Hintergrund der engen wirtschaftlichen Verflechtung zwischen Frankreich und Deutschland, mit deutlich gewachsenem bilateralen Warenhandel in den vergangenen zwei Jahrzehnten, gewinnt die Sprachkompetenz im beruflichen Kontext dennoch zunehmend an Bedeutung.
Der französische Arbeitsmarkt ist zunehmend von einem Fachkräftemangel betroffen, der viele Branchen vor Herausforderungen stellt. Besonders betroffen sind technische Berufe, das Gesundheitswesen sowie IT- und Ingenieurpositionen, in denen offene Stellen oft nur schwer besetzt werden können.
Ein zentraler Grund ist der demografische Wandel, denn viele erfahrene Fachkräfte gehen in den Ruhestand, während nicht ausreichend Nachwuchs nachkommt. Gleichzeitig stimmen die Qualifikationen vieler Bewerber nicht immer mit den Anforderungen der Unternehmen überein.
Zusätzlich verstärkt eine geringe Attraktivität bestimmter Ausbildungs- und Berufsfelder, insbesondere im technischen und handwerklichen Bereich, die Engpässe weiter.
📌 Anmerkung: Auch die zunehmende Internationalisierung der Wirtschaft erhöht den Druck, denn mehrsprachige Fach- und Führungskräfte sind stark gefragt, jedoch nur begrenzt verfügbar.
Für die Personalsuche in Frankreich kommen, je nach Branche, Position und Region, unterschiedliche Rekrutierungsmethoden zum Einsatz. In der Praxis werden diese häufig miteinander kombiniert, um die Erfolgschancen bei der Besetzung offener Stellen zu erhöhen. Zu den wichtigsten Instrumenten zählen:
- Gezielte Direktansprache geeigneter Kandidaten (Active Sourcing)
- Nutzung bestehender Bewerberdatenbanken
- Veröffentlichung von Stellenanzeigen auf relevanten Plattformen
Eine gute Kenntnis der regionalen Arbeitsmärkte ist dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor. Insbesondere in wirtschaftsstarken Regionen wie Paris, Lyon, Straßburg, Marseille, Rennes, Lille, Bordeaux oder Toulouse unterscheiden sich Verfügbarkeit, Qualifikationsprofile und Wettbewerb um Fachkräfte teilweise erheblich.
☝ Gut zu wissen: Spezialisierte Personalberatungen wie Eurojob-Consulting begleiten Unternehmen häufig über den gesamten Rekrutierungsprozess, von der Definition des Anforderungsprofils über die Kandidatensuche bis hin zur erfolgreichen Besetzung der Stelle.

Die Suche nach Führungskräften in Frankreich ist anspruchsvoll. Gefragt sind Kandidaten, die neben ihrer fachlichen Qualifikation und ihren Sprachkenntnissen auch über interkulturelle Kompetenz verfügen. Da diese Profile selten sind, reichen klassische Stellenanzeigen häufig nicht aus.
Für deutsche Unternehmen mit Niederlassungen in Frankreich ist es oft eine Herausforderung, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Neben einer klaren und konsistenten Arbeitgeberkommunikation kommt es darauf an, geeignete Kandidaten über die richtigen Kanäle zu erreichen.
Eine Möglichkeit, qualifizierte Bewerber anzusprechen, ist die Teilnahme an spezialisierten Karrieremessen, beispielsweise an deutsch-französischen Recruiting-Events wie der Online-Karrieremesse Connexio Career.
Ergänzend setzen viele Unternehmen auf Active Sourcing und spezialisierte Personalberatungen, um geeignete Kandidaten auch außerhalb des aktiven Bewerbermarktes zu erreichen.
✔ Tipp: Viele Personalberatungen bieten zudem eine Vermittlungsgarantie an. Erweist sich ein vermittelter Kandidat während der Probezeit als nicht passend, wird die Suche nach einem geeigneten Ersatz ohne zusätzliche Vermittlungskosten erneut aufgenommen.
Mehr dazu:
- Mitarbeiter in Frankreich einstellen: Leitfaden für Arbeitgeber
- Recruiting-Trends in Frankreich: Neue Entwicklungen
- So verfassen Sie ein Stellenangebot in Frankreich: 10 Tipps
Olivier Geslin

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