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So sprechen Sie als Arbeitgeber über das Gehalt in Frankreich

So sprechen Sie als Arbeitgeber über das Gehalt in Frankreich

In Frankreich ist es heute, besonders bei jüngeren Generationen, einfacher, über die Vergütung zu sprechen. Das Gehalt dient im Bewerbungsprozess eher als Vergleichskriterium und steht selten im Mittelpunkt des Vorstellungsgesprächs, oft wird es dort auch noch nicht endgültig geklärt. Wir verraten Ihnen wie Sie die Gehaltsfrage in Frankreich mit dem Bewerber am besten klären.

 



Gehaltsrahmen in Frankreich vor der Stellenausschreibung festlegen

1. Gehaltsrahmen in Frankreich vor der Stellenausschreibung festlegen

Ein klar definierter Gehaltsrahmen ist in Frankreich ein entscheidender Erfolgsfaktor bei der Veröffentlichung einer Stellenanzeige. Er schafft Transparenz, signalisiert Professionalität und hilft, von Anfang an die passenden Bewerber anzusprechen.

Gerade in einem Arbeitsmarkt, in dem Gehaltsfragen sensibler behandelt werden als in anderen Ländern, wirkt ein durchdachter Rahmen vertrauensbildend.

Unternehmen sollten diesen Rahmen nicht nur auf Basis interner Budgets festlegen, sondern auch externe Faktoren berücksichtigen:

Darüber hinaus erleichtert ein klarer Gehaltsrahmen den gesamten Rekrutierungsprozess. Er dient als Orientierung für Gespräche, unterstützt Personalverantwortliche bei der Argumentation und sorgt für Konsistenz zwischen verschiedenen Bewerbern.

Gleichzeitig zeigt er Wertschätzung gegenüber Kandidaten, da diese besser einschätzen können, ob die Position zu ihren Erwartungen passt.

Schließlich trägt ein transparenter Umgang mit dem Gehalt auch zur Arbeitgebermarke bei. Unternehmen, die offen und strukturiert kommunizieren, werden als fair und modern wahrgenommen, ein klarer Vorteil im Wettbewerb um Talente in Frankreich.

💡 Tipp: Ein realistischer Gehaltskorridor verhindert spätere Missverständnisse und reduziert das Risiko, qualifizierte Kandidaten frühzeitig zu verlieren.



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2. Gehalt erst zum Gesprächsende ansprechen

In Frankreich ist es üblich, das Thema Gehalt erst gegen Ende des Vorstellungsgesprächs anzusprechen. Diese Reihenfolge signalisiert Respekt gegenüber dem Gespräch und stellt sicher, dass zunächst die fachlichen Qualifikationen, die Motivation und die Passung zum Unternehmen im Vordergrund stehen. Wer zu früh über das Gehalt spricht, riskiert, als zu stark auf finanzielle Aspekte fokussiert wahrgenommen zu werden.

Indem man den richtigen Zeitpunkt abwartet, entsteht zudem eine bessere Verhandlungsbasis. Sobald beide Seiten ein klares Bild voneinander haben, lassen sich Erwartungen offener und konstruktiver besprechen. Das Gespräch ist dann weniger von Unsicherheit geprägt, da bereits ein gegenseitiges Interesse aufgebaut wurde.

Für Personalverantwortliche bietet dieses Vorgehen auch den Vorteil, die Gehaltsfrage gezielt und strukturiert einzubringen. Sie können den Rahmen erläutern, auf Rückfragen eingehen und Missverständnisse vermeiden.



Sicherstellen, dass beide über das Gleiche sprechen

3. Sicherstellen, dass beide über das Gleiche sprechen

Denken Sie im Sinne einer erweiterten Vergütung, vor allem, wenn Sie Kandidaten aus Konzernen erhalten. Oft sprechen französische Bewerber für weniger qualifizierte Stellen vom Nettogehalt. Prüfen Sie also, ob Sie das Gleiche meinen.

Fragen Sie den Bewerber nach:

  • seinen Gehaltsvorstellungen
  • der Höhe und Struktur seiner derzeitigen Vergütung (Festgehalt, variable Vergütung, Prämien, Sachleistungen, Lohnsparen usw.)

💶 Wichtig: In Frankreich wird die Vergütung als Jahresbrutto ausgedrückt.


4. Gehaltsvorstellungen wertfrei festhalten

Sie sollten nach dem ersten Gespräch wissen, wo der Bewerber in Ihrer Gehaltsspanne liegt, auch wenn Sie beim nächsten Gespräch, falls es eines geben wird, noch einmal auf die Einzelheiten des aktuellen Gehalts eingehen können. Notieren Sie die Zahlen ohne besonderen Kommentar.

In diesem Stadium sollten Sie die Tür weder zu weit öffnen noch zu weit schließen, denn wenn Sie sich entschließen, weiterzugehen, sollte der Bewerber nicht denken, dass er damit schon gewonnen hat.



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5. Keine vorschnellen Angebote oder hitzigen Verhandlungen

Passt der Bewerber fachlich wie persönlich zu Ihrem Unternehmen, sollten Sie zeitnah nach dem Gespräch telefonisch ein erstes Angebot unterbreiten. Der richtige Zeitpunkt hängt vom Kontext ab, ein frühzeitiges Nachfragen zu parallelen Bewerbungsprozessen gibt Ihnen dabei eine gute Orientierung, wie schnell Sie reagieren sollten.

Bereiten Sie dieses Angebot sorgfältig vor: Listen Sie Fixgehalt, variable Bestandteile, deren Berechnungsgrundlage, die Verteilung über das Jahr sowie mögliche Boni oder Zusatzleistungen klar und strukturiert auf. So stellen Sie sicher, dass Ihr Vorschlag schlüssig, transparent und überzeugend ist, bevor Sie ihn kommunizieren.

Sobald der Bewerber das Angebot erhält, beginnt die eigentliche Verhandlungsphase. Dabei zeigen sich in der Regel drei Reaktionen: Zustimmung, Verhandlungsbereitschaft mit konkreten Argumenten oder eine klare Absage.

🎯 Anmerkung: Auf jede dieser Situationen vorbereitet zu sein, ermöglicht es Ihnen, souverän und zielgerichtet zu reagieren.



Holen Sie sich interne Meinungen ein

6. Holen Sie sich interne Meinungen ein

Bevor Sie eine finale Entscheidung treffen, ist ein strukturierter Austausch mit allen Beteiligten sinnvoll, die den Bewerber kennengelernt haben. Unterschiedliche Eindrücke aus Fachbereich, HR und ggf. Management ermöglichen ein vollständigeres Gesamtbild, fachlich wie persönlich.

Gleichzeitig entstehen in diesem Austausch wertvolle Argumente, die Sie später gezielt in der Verhandlung einsetzen können, etwa zur Begründung Ihres Angebots oder Ihrer Erwartungen.

Nehmen Sie sich für diese Abstimmung bewusst Zeit, auch wenn der Druck hoch ist, schnell zu entscheiden. Eine überstürzte Zusage kann später zu Unsicherheiten oder zu unnötigen Nachverhandlungen führen. Wer hingegen intern klar abgestimmt ist, tritt nach außen souveräner und konsistenter auf.

Auch im Gespräch selbst ist Zurückhaltung gefragt. Zeigen Sie dem Kandidaten, dass Sie interessiert sind und seine Stärken schätzen, vermeiden Sie jedoch vorschnelle Zusagen oder zu starke Begeisterung, die Ihre Verhandlungsposition schwächen könnten.

Gut zu wissen: Eine professionelle Balance aus Wertschätzung und strategischer Distanz hilft Ihnen, flexibel zu bleiben und die bestmögliche Einigung zu erzielen.


7. Reicht eine Gehaltsspanne, um Bewerber in Frankreich zu gewinnen?

Eine Gehaltsspanne anzugeben, ist in Frankreich ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz, allein reicht sie jedoch selten aus, um qualifizierte Bewerber anzuziehen. Zwar hilft sie Kandidaten, die Attraktivität einer Position schnell einzuordnen, doch spielt die Bezahlung meist nur eine von mehreren entscheidenden Rollen bei der Jobwahl.

Bewerber achten zunehmend auf das vom Unternehmen angebotene Gesamtpaket:

Zudem ist Vertrauen ein zentraler Faktor im französischen Arbeitsmarkt:

  • Eine zu breite oder unklare Gehaltsspanne kann Zweifel wecken und den Eindruck erwecken, dass noch wenig Struktur hinter der Position steht.

  • Umgekehrt wirkt eine realistische, gut begründete Spanne in Kombination mit klaren Informationen zur Rolle und zu den Erwartungen deutlich überzeugender.

📌 Fazit: Unternehmen, die erfolgreich in Frankreich rekrutieren möchten, sollten daher über die reine Gehaltsangabe hinausgehen. Eine transparente Kommunikation über die Position, Entwicklungsperspektiven und das Arbeitsumfeld erhöht die Wahrscheinlichkeit, passende und motivierte Kandidaten zu gewinnen.

Mehr dazu:

 
Jérôme

Jérôme Lecot